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Digitale Angebote: Vorteile für Fans und Rechtehalter


Beim Bundesliga Spiel zwischen RB Leipzig und Borussia Dortmund stellte Sky die neueste Innovation vor: mit der 5G Multiview App können Fans im Stadion über ihr Smartphone fünf zusätzliche Kameraperspektiven auswählen, um bestimmte Situationen noch einmal zu sehen, oder live einen besseren Überblick über das Spiel zu haben. So verbindet Sky das Live-Erlebnis im Stadion mit den klassischen Infos, die es sonst nur über die TV-Übertragung gäbe.

Die Entwicklung hin zu immer mehr digitalen Angeboten für Fans wird immer relevanter. In der Sports Survey 2021 des Beratungsunternehmens PwC haben 74 Prozent der in Deutschland befragten Entscheider im Sportbusiness gesagt, dass sie die Verbesserung der Fan Experience als wichtigste Initiative zur Stärkung des Verhältnisses mit den Fans sehen. Eine digitale Optimierung führe aber nicht nur zu einem neuen Sporterlebnis, sondern auch zur Verbesserung der Abläufe in und um das Stadion.

Auch das Beratungsunternehmen Capgemini hat in einer Studie näher betrachtet, wie Fans zu digitalen Angeboten stehen – und die Ergebnisse sind eindeutig. 69 Prozent der Befragten nutzen bereits Apps und digitale Technologien, egal ob vor Ort im Stadion oder zuhause. Die Angebote verbessern nicht nur das Liveerlebnis im Stadion, sondern bieten auch die Möglichkeit, Fans auf der ganzen Welt in Sportereignisse mit einzubeziehen. Und ein weiterer Vorteil: digitale Angebote können die Bindung der Fans zum Verein verstärken. 56 Prozent der Leute, die ein positives Erlebnis damit hatten, wollen mehr Matches live im Stadion sehen und 49 Prozent haben mehr Geld für Merchandising ausgegeben. Dabei spielen Smartphones eine große Rolle: 74 Prozent der Fans unter 35 konsumieren Sportcontent auf ihrem Handy, bei den Fans über 35 sind es immerhin noch 55 Prozent.

„Natürlich würde ein Fan auch einfach mit einem Papierticket ins Stadion gehen, aber wenn wir den Nutzer- oder Fanmehrwert betrachten, dann ist es aus Gesichtspunkten der Usability besser, alles zentral in einer App zu haben. Wir finden es ja zum Beispiel selbst spannender und einfacher, mit Apple Pay zu zahlen, als mit Bargeld, weil man so nur das Handy ans Kartenterminal halten muss. Das gehört zu diesem Servicegedanken, der beinhaltet, dass ein Verein dem Fan auch etwas bieten muss, damit er der Marke treu bleibt“, sagt Samir Ibrahim, Vice President Digital Services bei SPORTFIVE.

Kein Wunder also, dass sich Vereine immer mehr in Sachen digitale Angebote verstärken. So arbeitet beispielsweise Real Madrid mit Microsoft zusammen, um ein digitales „Rundumpaket“ zu bieten. Fans können die App über ihr Handy, die Smartwatch oder ein Tablet aufrufen, um Information über die Madrilenen zu erhalten, ins Stadion einzuchecken oder die Radioübertragungen der Spiele zu hören. So eine App ist nichts Außergewöhnliches für einen Fußballverein, aber das Besondere an der digitalen Strategie Real Madrids ist, was hinter den Angeboten für die Fans steckt. Eine eigene Fan Engagement Plattform sammelt die Daten der Fans und wertet sie aus, um noch besser mit ihnen zu interagieren. Werbung oder Angebote können so noch genauer ausgespielt werden, so kann beispielsweise einem Fan, der gerade ins Stadion eingecheckt hat, automatisch ein Gutschein für ein In-Stadium Angebot geschickt werden. Mit der von Microsoft geschaffenen digitalen Infrastruktur kann der spanische Rekordmeister so ganz einfach analysieren, was den Fans gefällt und wie die Angebote genutzt werden.

Ob jeder Verein so viel Aufwand betreiben will, um sich digital breit aufzustellen, ist meistens eine Budgetfrage. „Meistens stellt sich die Frage: Was kann ich mir leisten – eine App, oder einen Webshop? Man sollte sich im Klaren darüber sein, was man mit seiner Digitalstrategie erreichen will – will man mehr Umsätze machen, mehr Reichweite generieren oder die Bekanntheit in der Region vergrößern? Abgeleitet von dieser Zielsetzung kann man dann entscheiden, wie die weitere Digitalstrategie aussieht“, sagt Ibrahim. Christian Münchau, Director Digital Platform Development bei SPORTFIVE, fügt hinzu: „Eine gewisse Infrastruktur hat ja mittlerweile fast jeder Verein, gerade was Websites und Shops angeht. Die Frage ist dann letztendlich nach dem Grad der Professionalität.“

Um die Digitalisierung im Stadion voranzutreiben, nutzen Fußballvereine wie Liverpool oder Zenit St. Petersburg aktuell das Angebot von SeatServe. Das Unternehmen stellt den Vereinen die Technik und Infrastruktur zur Verfügung, damit Fans im Stadion ihre Getränke oder Snacks über ihr Handy bestellen können. Die Bestellung steht dann zur Abholung im Stadionkiosk bereit oder wird sogar direkt an den Sitzplatz geliefert – so verpasst der Fan keine Minute mehr des Spiels oder verbringt die Halbzeit in langen Warteschlangen. Für die Vereine gibt es aber auch Vorteile – sie lernen, was die Fans wann bestellen und können so bessere Entscheidungen treffen, wie und was sie während eines Spiels verkaufen. Warum sich der „Bier-Lieferdienst“ in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat? Christian Münchau hat dafür eine einfache Erklärung: „Viele Vereine haben noch Probleme mit einer konstanten und starken WLAN-Verbindung im Stadion, sodass die Servicesysteme Schwierigkeiten mit den Bestellungen und der kontaktlosen Zahlung haben. Oft ist aber auch einfach zu wenig Platz auf den Tribünen, sodass Servicekräfte den Fans gar nicht das Bier an den Platz liefern könnten. Für viele digitale Angebote fehlt in den deutschen Stadien einfach die benötigte Infrastruktur im Public-Bereich.“ Besonders in den neueren Stadien in Großbritannien oder den USA werden die voranschreitende Digitalisierung und die dazugehörige Infrastruktur schon während des Baus mit eingeplant, sodass diese Probleme gar nicht auftreten. In Deutschland fokussiert sich die Digitalisierung aktuell stärker auf Innovation und Mehrwerte im B2B-Bereich. So hat SPORTFIVE beispielsweise ein Ticket-Management-Tool für Vereine entwickelt, bei dem VIP-Hospitality-Kunden ihre Gäste digital und kurzfristig administrieren können. So ist eine höherer Auslastung garantiert und kurzfristige Änderungen können vorgenommen werden. Auch der Einsatz im Public-Bereich ist möglich.

Die digitale Revolution auf den Rängen ist im vollen Gange. Immer mehr Vereine bieten ihren Fans durch mobile Angebote einen Mehrwert. Die App des FC Augsburgs beispielsweise wurde in Zusammenarbeit mit SPORTFIVE konzipiert und bringt die Fans nicht nur auf den neuesten Stand in Sachen Mannschaft, sondern gibt ihnen auch die Möglichkeit, mit ihrem Handy zu zahlen – und das nicht nur im Stadion, sondern sogar in ganz Augsburg. Neben Spielberichten und News zur Mannschaft soll die App vor allem auch Servicetool sein. „Bald wird das mobile Ticket eingeführt und der Mitgliedsausweis wird ebenfalls papierlos und Teil der App sein. Langfristig gesehen will der Verein grüner werden und dazu gehört eben auch, Papier und Plastik zu sparen. Die App soll eine Art Schweizer Taschenmesser für den Fan sein, der alles Wichtige für den Stadionbesuch bietet, aber auch für alle anderen Tage“, so Samir Ibrahim.

Wichtig ist es besonders bei digitalen Angeboten, sich ausführlich um den Datenschutz und Sicherheit zu kümmern. Transparenz darüber, was mit den Daten gemacht wird, ist für User enorm relevant. Daneben sollte ein Fokus daraufgelegt werden, was die Fans eigentlich wirklich wollen. „Man kann schon Service, Infos und Entertainment in einer App anbieten – aber man sollte auch wissen, dass manche Fangruppen gewisse Angebote vermutlich einfach nicht nutzen würden“, meint Christian Münchau, „Daher darf so etwas wie zum Beispiel Seatserve oder das mobile Zahlen nicht überhandnehmen in der App, sonst könnte das Proteste der Fanszene provozieren, die natürlich weiterhin den Fokus auf den Fußball an sich sehen will.“

Trotzdem gilt: Die Entwicklung hin zu immer mehr digitalen Angeboten ist unaufhaltbar. Mit dieser Digitalisierung haben Rechtehalter die Chance, nicht nur die bereits bestehende Beziehung zu ihren Fans zu verstärken, sondern auch neue Fans für sich begeistern zu können.

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