Connect with us

Keep on streaming – Wie Twitch seinen Platz im Sportmarketing finden kann


Anderen Menschen beim Zocken von FIFA 22, League of Legends oder Fortnite zusehen? Klingt für manche vielleicht etwas komisch, erfreut sich aber aktuell über die Live-Streaming-Plattform Twitch großer Beliebtheit. Über 30 Millionen aktive Nutzer gibt es pro Tag, durchschnittlich schauen zu jedem Zeitpunkt etwa 2,5 Millionen Menschen einem Stream zu. Pro Monat gibt es mehr als 7 Millionen aktive Streamer, die sich nicht nur beim Videospiele spielen der breiten Öffentlichkeit zeigen. Der Anteil an Non-Gaming Content hat sich in den letzten drei Jahren vervierfacht, besonders in den Kategorien Musik und Sport. „Die Vielzahl an verschiedenem Content, die es auf Twitch gibt, macht die Plattform so besonders. Es ist einfach eine andere Form der Unterhaltung im Vergleich zu dem, was aktuell sonst geboten wird. Der User kann sehr leicht selbst entscheiden, was und wen er gut findet“, meint Moritz Scholz, Manager E-Sport bei SPORTFIVE.

Das Publikum bei Twitch ist jung – 71% der Community sind zwischen 16 und 34 Jahre alt. Der Männeranteil überwiegt, nur 35% der User sind weiblich. Sie haben vor allem den Wunsch nach ehrlichen und dynamischen Inhalten. Durch die unmittelbare Interaktion, die auf Twitch möglich ist, gibt es eine besondere Nähe zwischen der Community und den Streamern – die dadurch authentischer und offener wirken. So sind die Fans gegenüber Werbekooperationen offener, was den Marken, die auf Twitch werben wollen, in die Karten spielt. Die Plattform bietet eine hervorragende Möglichkeit, an diese junge Generation, die mit sozialen Medien und Co. aufgewachsen ist, heranzukommen, denn über die klassischen Kanälen wie TV oder Print sind sie kaum noch zu erreichen.

Daher haben auch Rechtehalter und ihre Partner Twitch mittlerweile für sich entdeckt. Die NBA startete zu ihren Playoffs 2021 eine Kampagne namens „That’s Game“ und ging eine Partnerschaft mit acht Streamern ein. Die Content Creator sprachen in ihren Streams über die NBA und ihre Geschichte mit Basketball an sich – und das zog Fans an. Über 17 Millionen Minuten Videocontent sahen sich die insgesamt 4,2 Millionen Zuschauer an und kamen dabei in regen Austausch. Mehr als 66.000 Kommentare und Nachrichten wurden während der Streams in den Chats geteilt. Partner der NBA wie der Lieferdienst DoorDash oder American Express sponserten Liveübertragungen und verlosten Preise unter den Zuschauern.

Europäische Fußballvereine haben natürlich auch ihren Weg auf die Streaming-Plattform gefunden, denn „Twitch ist der Marktführer, was Live-Streaming angeht und deswegen ist es wichtig, seinen eigenen Kanal dort zu haben, um direkt bei der Zielgruppe zu sein“, sagt Moritz Scholz. Die Möglichkeiten, mit Content die eigenen und vielleicht sogar neue Fans zu erreichen, sind vielfältig.

Während die spanische La Liga das Warm-Up der Mannschaften vor Topspielen streamt oder einen alternativen Kommentar mit ausführlichen Toranalysen durch die Streamer anbietet, zeigt Borussia Dortmund auf ihrem Twitchkanal die Spiele ihrer Frauenmannschaft, spricht mit Gästen über die Taktik der Herren in der Bundesliga und setzt auch einen klaren Fokus auf ihr eFootball Team. So traten zum Beispiel vor dem Champions League Spiel gegen Ajax Amsterdam die E-Sportler des BVB gegen zwei der Niederländer in einem FIFA 22 Match gegeneinander an, um die Fans auf das bevorstehende Spiel vorzubereiten.  

Generell gilt auf Twitch: der „One-size fits-all” Approach funktioniert hier nicht. „Man muss sich einmal im Kern damit auseinandersetzen, wer die Zielgruppe eigentlich ist und was die genau will, bevor man da irgendeine Werbung schaltet“, sagt Moritz Scholz. Für Brands und Unternehmen sei es besonders wichtig, sich auf das neue Medium einzulassen. Dafür darf bereits produzierter Content nicht einfach wiederverwertet werden, sondern es müssen neue, interaktive Formate entwickelt werden. Denn die Plattform lebt von Austausch und Interaktion, die durch neue Inhalte angeregt werden muss. „Es reicht nicht, einfach plakativ eine klassische Werbung hinzupacken, sondern man sollte immer versuchen, einen Mehrwert zu schaffen – für die Fans und auch für die Streamer, die dabei sind“, so Scholz.

Twitch selbst baut seine Verbindung zum Sport immer weiter aus. Ende Februar 2021 hat die Plattform einen Vertrag mit dem Basketball-Weltverband FIBA geschlossen, in dem festgelegt wurde, dass rund 600 Stunden pro Jahr live gestreamt werden sollen, aber Fans und Influencern auch die Möglichkeit gibt, offizielle Aufnahmen für eigenen Content nutzen zu können.

Rechtehaltern und ihren Partnern steht die Welt des Streamings also offen – was sie daraus machen, bleibt spannend.


SHARE NOW

x

Newsletter-Anmeldung

Interesse an den aktuellsten News und Insights aus dem Sportbusiness und der Sportmarketing-Welt? Dann subscriben Sie hier!
Mit Setzen des vorstehenden Häkchens willige ich ein, dass SPORTFIVE die von mir zur Verfügung gestellten Daten nutzen, um mich zu kontaktieren und mir weitere Informationen und interessante Insights sowie Angebote zum Sponsoring und Sportmarketing zu übersenden. Mir ist bewusst, dass ich meine Einwilligung mit Wirkung für die Zukunft jederzeit widerrufen kann, indem ich auf den Link am Ende jeder von SPORTFIVE übersandten E-Mail klicke oder direkt eine E-Mail an de.info@sportfive.com sende. SPORTFIVE werden meine Daten mit größter Sorgfalt und in Einklang mit den einschlägigen datenschutzrechtlichen Regelungen erheben, verarbeiten und speichern. | Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung am Ende dieser Website.