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Wie das Sportbusiness NFTs für sich nutzen kann


Überall im Netz hört man von NFTs als neuesten Hype. Aber was ist das eigentlich? Die Abkürzung steht für Non-Fungible Token und beschreibt ein nicht ersetzbares digital geschütztes Objekt. Das macht die Sache nicht wirklich verständlicher, also hier ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie wären leidenschaftliche:r Sammler:in von Stickern eines Bundesliga-Sammelalbums. Das Hertha BSC Berlin Logo gibt es tausendfach und Sie können ganz einfach ihr Logo mit einem identischen Hertha Logo tauschen. Dieser Sticker wäre somit „fungible“, also ersetzbar. Den Sticker von Robert Lewandowski gibt es aber nur ein einziges Mal und egal, mit welchem Sticker Sie tauschen würden, Sie würden immer etwas komplett anderes bekommen – das macht diesen Lewandowski-Sticker zu etwas Unersetzbaren, also „non-fungible“. Als Besitzer dieses einzigartigen Stickers haben Sie eine Urkunde, die besagt, dass er in Ihrem Besitz ist und es ihn auch nur ein einziges Mal gibt.

Ein NFT ist also ein Zertifikat, das nachweist, dass das Objekt Ihnen gehört und es dieses nur einmal als Original gibt und alles andere, was im Netz herumschwirrt, nur Kopien sind. Die Informationen darüber werden in einem dezentralen Verzeichnis gespeichert, das man Blockchain nennt (was das genau ist und wie das funktioniert, erklärt Reuters in diesem anschaulichen Artikel). „Das Schöne an NFTs ist, dass die Eigentumsverhältnisse so transparent sind. Über die Blockchain-Technologie kann man ganz einfach verifizieren, wer der Besitzer ist“, meint Saorabh Sharma, Director Global Business Development bei SPORTFIVE. Er und seine Kollegen arbeiten bereits seit längerem mit dem Thema rund um NFTs und Blockchain und haben fundiertes Wissen dazu.

Mehr zu Blockchain im Sport gibt es in diesem Artikel von SPORTFIVE.

Seit Anfang 2021 sind die Suchanfragen bei Google über NFTs stark angestiegen. Im Februar wurde über das Auktionshaus Christie’s das bisher teuerste NFT versteigert: „Everydays: the First 5000 Days“ vom digitalen Künstler Beeple zeigt zahlreiche winzige Abbildungen seiner digitalen Bilder und brachte umgerechnet knapp 69,3 Millionen US-Dollar ein. Diese Auktion brachte Beeple in die Top Drei der teuersten lebenden Künstler. Auch das bekannte „Doge“ Meme wurde im Juni von der Besitzerin des Hundes für knapp 4 Millionen US-Dollar als NFT verkauft, ein Teil der Einnahmen wurden an mehrere Wohltätigkeitsorganisationen gespendet.

Auch der Sport hat das Geschäft mit den NFTs für sich entdeckt – hier muss man aber nicht Millionär sein, um am Hype teilnehmen zu können. Einer der erfolgreichsten Cases ist NBA Top Shot. Die amerikanische Basketball Liga hat gemeinsam mit dem Blockchain-Game-Entwickler Dapper Labs eine Art Sammelkartenspiel realisiert, in der man Highlight-Videos aus NBA-Matches kaufen kann.

Diese Top Shot Moments gibt es entweder in Packs, die den Sammelkarten-Päckchen aus der Kindheit ähneln, oder aber auf dem Online-Marktplatz, auf dem User ihre Moments verkaufen können. Wie bei Fußball-Sammelstickern sind manche Clips sehr selten und daher extrem begehrt. Mit knapp 230.000 US-Dollar ist ein Moment von LeBron James aus den 2020 Finals der bisher am teuersten verkaufte Videoclip. Aktuell sind knapp 1,1 Millionen User registriert und laut Dapper Labs CEO Roham Gharegozlou hat NBA Top Shots in weniger als einem Jahr einen Umsatz von 700 Millionen US-Dollar verzeichnet.

Sorare ist ein weiterer Case. Das französische Blockchain-Start-Up ist eine Art Fußballmanager-Spiel, bei dem man Karten der Spieler als NFT mit der Kryptowährung Ethereum kaufen und verkaufen kann. „In diesem Case wurden klassische Sammelkarten digitalisiert und mit einem Spiel verbunden, was es attraktiver und unterhaltsamer macht, in NFTs zu investieren.

Außerdem können User Preise gewinnen und immer höhere Level erreichen. Umso mehr Geld man ausgibt, desto bessere Karten erhält man und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, zu gewinnen – und zwar echtes Geld“, meint Sharma. Aktuell sind 198 offiziell lizensierte Clubs dabei, darunter Borussia Dortmund, Bayern München und Real Madrid. Die Spieler werden in verschiedene Klassen aufgeteilt: es gibt Common, Limited (mit 1000 Karten eines Spielers pro Saison), Rare (100 Karten pro Saison), Super Rare (10 Karten pro Saison) und Unique, in der es Spieler wie Erling Haaland oder Robert Lewandowski nur ein einziges Mal in der Saison gibt. Auch bei Sorare kann man für Höchstpreise seine Karten weiterverkaufen: im März 2021 hat die „Unique“-Karte von Cristiano Ronaldo für knapp 265.275 US-Dollar den Besitzer gewechselt.

Immer mehr Sportclubs und Fußballvereine springen auf den NFT Zug. Young Boys Bern ist zum Beispiel der erste Fußballclub weltweit, der digitale Autogrammkarten als NFTS über den eigenen Merchshop verkauft. Fans brauchen dafür nicht mal eine Kryptowährung, sondern können das wie ganz klassischen Merch kaufen. Wer bestimmte Sets oder sogar alle Karten gesammelt hat, den erwarten Rewards wie Tickets zu Spielen.

Auch SPORTFIVE hat bereits Deals im NFT-Business abgeschlossen. So hat die Agentur einen exklusiven Lizenzvertrag zwischen NFL-Star Christian McCaffrey, Runningback bei den Carolina Panthers und der neuen NFT-Plattform NFTSTAR vermittelt. Gemeinsam werden McCaffrey und NFTSTAR Kollektionen entwickeln und an Fans verkaufen.

Aber was genau macht NFTs so interessant für Rechtehalter? „Der digitale Space ist unendlich. Es gibt keine physikalischen Gesetze, keine Schwerkraft – nichts. Man kann alles machen was man will, das einzige Limit ist die eigene Kreativität. Und keine Limits zu haben, macht NFTs so besonders“, sagt Saorabh Sharma.

Neben den grenzenlosen Möglichkeiten gibt es auch noch den finanziellen Aspekt. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte sollen NFTs im Sportbusiness über 2 Milliarden US-Dollar in 2022 umsetzen. Bis zu 5 Millionen Fans weltweit sollen dann ein NFT besessen haben. Beste Aussichten also für alle Rechtehalter und Brands, die in das neue Business einsteigen wollen.

Wie bei jeder anderen Technologie gibt es Ups and Downs, die die Kritiker an der Sache zweifeln lassen. Aber letztendlich ist sich Saorabh Sharma sicher, dass sich NFT und Blockchain durchsetzen werden: „Ich glaube, dass diese neue Technologie den gleichen Impact haben wird, wie damals Handys und Smartphones. Das hat unsere Kultur völlig verändert: wie wir uns verhalten, wie wir reden, wie wir miteinander umgehen – wie wir die Welt nutzen.“ Dabei wird diese Entwicklung nicht nur den Kunstmarkt und das Sportbusiness treffen. Schon jetzt kann man Immobilien und Grundstücke als NFTs kaufen, Musiker präsentieren ihre Musik im Metaverse und sogar das Luxuslabel Jimmy Choo verkauft virtuelle High Heels.

„Selbst wenn man persönlich nicht will, dass es einen Wandel hin zu Blockchain und NFTs gibt“, meint Sharma, „er wird passieren und ist jetzt sogar schon im vollen Gange. Und das wird unser ganzes Leben verändern.“


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